Wege aus der Zweiklassenmedizin

Karl Lauterbachs online Buch, Der Zweiklassenstaat, das er bereits 2007 geschrieben hat, beschreibt gut die Zustände der Zweiklassengesellschaft, spart nicht mit Vorschlägen, wie dieser Zustand behoben werden könnte und gipfelt im Abschnitt  Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren.

Man fragt sich nur warum ändert sich nichts, obwohl die Sozialdemokraten lange in Regierungsverantwortung  waren und neuerdings wieder sind. Aber jetzt hat sich in der Zweiklassenmedizin etwas getan. Am 18.01.2021 erschien der Artikel “Kleine Krankenhäuser geraten unter Druck” in der Stuttgarter Zeitung, “Die im Dezember beschlossene Mindest-OP-Zahl bei Brust- und Lungenkrebs hat drastische Folgen für Dutzende Ba-Wü Kliniken, Patienten…..müssen ab 2025 weitere Wege fahren. Minister Lucha sieht die flächendeckende Versorgung gefährdet”. Aus bisher 732 Krankenhäusern bundesweit würden bei Anwendung der 100-OP-Regel (Kliniken mit mindestens 100 OP`s pro Jahr) nur noch 355 Kliniken diesen Standard durchführen können. Es wäre eine Zumutung für Patienten, die zum Teil weite Wege in die Kliniken in Kauf nehmen müssten. Weitere Probleme wurden aufgeführt. Das war einer der Verbesserungsvorschläge von Dr. Karl Lauterbach.

Was leider im Artikel fehlte waren die Gründe, die für diese Regelung sprachen. So führt der Autor trifftige Gründe auf: Die Konzentration auf die Spezialisten, die bei speziellen operablen Krankheitsbildern die Überlebenschancen der betroffenen Kranken eklatant erhöhen würden. Darüberhinaus kämen endlich die Kassenpatienten zu einer Behandlung durch  Spezialisten, die sonst fast ausschließlich nur Privatpatienten behandeln würden. In der Zeitung wird aufgeführt, dass es an der wissenschaftlichen Evidenz mangeln würde, das Mindestmengen die Behandlungsqualität erhöhen würden und gipfelt in dem Meinungbild eines Jounalisten mit der tendenziösen Überschrift: Noch ein Nachteil fürs flache Land.

Es ist sehr üblich geworden, dass die Zeitungsleser ein Meinungsbild vor die Nase gesetzt bekommen. Die Jounalisten sollten die Faken besser recherchieren, diese dem Leser zur Verfügung stellen und überlassen, welches Fazit er aus den Informationen zieht.

Annemarie Muth

 

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